Saubere Basis
Nass-chemisches Waschen
Chemische Basis für perfekte Beschichtungen
Nass-chemisches Waschen ist ein Verfahren zur industriellen Reinigung von Werkstücken, bei dem flüssige Reinigungs- und Behandlungsmittel – meist auf chemischer Basis – verwendet werden, um Oberflächen von Schmutz, Fetten, Ölen, Staub oder Oxiden zu befreien. Es dient als Vorbehandlung vor Beschichtungsprozessen wie Pulverbeschichtung oder Lackierung.
Was passiert beim nass-chemischen Waschen?
Beim nass-chemischen Waschen werden Werkstücke gezielt von Fetten, Ölen, Staub und anderen Verunreinigungen befreit, um sie optimal auf die nachfolgende Beschichtung vorzubereiten. Je nach Anforderung erfolgt die Reinigung entweder automatisiert in einem Waschautomaten oder manuell mit einer Handlanze. Dabei wird eine speziell abgestimmte Reinigungslösung auf die Oberfläche aufgetragen, die mit den Verschmutzungen reagiert und diese löst. Nach einer kurzen Einwirkzeit werden die gelösten Rückstände gründlich abgespült – häufig mit demineralisiertem Wasser, um Rückstände zu vermeiden. Abschließend werden die gereinigten Werkstücke getrocknet, sodass sie sofort für die nächste Bearbeitungsstufe bereit sind. Dieses Verfahren gewährleistet nicht nur eine saubere und haftungsfreundliche Oberfläche, sondern trägt auch maßgeblich zur Qualität und Langlebigkeit der Beschichtung bei.
Individuell abgestimmt
Verfahren im Vergleich
Je nach Werkstück, Materialbeschaffenheit und Anforderung an die spätere Beschichtung kommen beim nass-chemischen Waschen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Diese unterscheiden sich sowohl in der Art der Durchführung – automatisiert oder manuell – als auch in der chemischen Behandlung, etwa durch Phosphatieren oder Beizen. Jedes Verfahren bringt spezifische Vorteile mit sich und wird gezielt auf die jeweiligen Bauteile abgestimmt.
Durchführungsarten im Vergleich
Automatisiert
Beim automatisierten Waschen im Waschautomat durchlaufen die Bauteile ein fest definiertes Reinigungsprogramm mit konstanter Chemiedosierung, Temperatur und Einwirkzeit. Das sorgt für gleichbleibend hohe Qualität und spart Zeit im Produktionsablauf. Gleichzeitig wird durch das geschlossene System effizient mit Wasser und Chemie umgegangen, was das Verfahren besonders nachhaltig macht.
Per Hand
Für komplexe Geometrien, empfindliche Bauteile oder Einzelanfertigungen wird das manuelle Waschen per Handlanze eingesetzt. Hier kann flexibel auf spezielle Anforderungen reagiert werden – etwa auf schwer zugängliche Stellen, die gezielt behandelt werden müssen. Die manuelle Reinigung erfordert zwar mehr Zeit und geschultes Personal, bietet dafür aber maximale Kontrolle und Anpassungsfähigkeit bei individuellen Aufträgen.
Abgestimmt auf den Werkstoff
Phosphatieren
Auch die eingesetzten chemischen Prozesse unterscheiden sich je nach Material:
Beim Phosphatieren wird eine dünne, kristalline Schicht auf Stahloberflächen erzeugt. Diese schützt vor Korrosion und bildet eine ideale Haftgrundlage für die anschließende Pulverbeschichtung oder Lackierung. Die Phosphatschicht verbessert die mechanische Verankerung des Beschichtungsmaterials und erhöht die Langlebigkeit des gesamten Bauteils.
Beizen
Für Aluminiumbauteile hingegen kommt die Beize zum Einsatz. Diese spezielle Behandlung entfernt feinste Oxid- und Schmutzschichten und erzeugt eine gleichmäßige, leicht aufgeraute Oberfläche. Dadurch wird eine homogene Struktur geschaffen, die die Haftung von Beschichtungssystemen deutlich verbessert. Im Gegensatz zum Phosphatieren bleibt die Beize materialschonend und ist exakt auf die Eigenschaften von Aluminium abgestimmt.